Umbau und Beleuchtung der Outrider für X-Wing Tabletop

Eines meiner ersten Modelle, die ich mit Elektronik ausgestattet habe, war die Outrider von Dash Rendar aus dem Star Wars Universum. In diesem Artikel beschreibe ich den Umbau und zeige einige Bilder des Modells.

Umbau und Beleuchtung der Outrider für X-Wing Tabletop

Seit einigen Jahren spiele ich in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder eine Partie X-Wing (Tabletop Spiel im Star Wars Universum) gegen einen Freund. Und als langjähriger Fan von Star Wars dauert es nicht lange, bis ich die bereits sehr schönen Modelle des Spiels umbauen und noch weiter verschönern wollte. Diesem Hobby ging ich nach, bevor ich erste Erfahrungen im Mikromodellbau von Funktionsmodellen sammelte. Heute würde ich völlig anders bauen - aber es war eben andere Zeiten.

Als eines der ersten Modelle war im Jahr 2017 die Outrider von Dash Rendar dran. Die bis dahin ambitionierteste Idee. Denn die Outrider bot eigentlich keinen guten Platz um eine austauschbare Batterie einzusetzen, wie ich das bei meinen bisherigen Projekten gemacht hatte. Also musste einen andere Lösung her. Ich bin dann darauf gekommen, dass ein kleiner Akku, wie man ihn aus Smartphones oder Mini-Quadcoptern kennt, doch eigentlich auch Platz in einem solchen Modell finden müsste. Einige Recherchen brachte mich auf einen Lithium Polymer Akku mit einer Zelle (1S LiPo), der eine Spannung von 3,7 V mit 180 mAh ausgibt. Was ich damals noch für einen sooo klitze-winzig-kleinen Akku hielt, stellt sich mir inzwischen nach etwas Erfahrung im Mikromodellbau als ein wahrer Riese dar. Inzwischen verwende ich oft LiPos mit ca. 80 - 110 mAh, die wesentlich besser unterzubringen sind. Es gibt aber auch noch kleinere Zellen mit z.B. 30 mAh.

Aus der Presse wusste ich bereits damals, dass diese Akkus bei falscher Handhabung eine Menge Ärger erzeugen können. Daher bat ich einen Freund von mir, der sich sehr gut mit Elektronik auskannte, mir bei der Zusammenstellung und Fertigung einer entsprechenden Schaltung helfen würde – er tat. Ruhm und Ehre für die Entwicklung und Fertigung der Elektronik gehen also an diesen Freund!

LiPos benötigen ein vorgeschaltetes Bauteil, das sowohl die Überlastung beim Laden also auch die Tiefenentladung im Betrieb verhindert. Solche Platinen gibt es zu kaufen, z.B. hier bei ebay.

Der Freund hat dann noch eine kleine Träger-Platine gefräst, die 5 SMD-LEDs aufnehmen konnte. Diese erzeugen das Treibwerksleuchten.

Im Cockpit ist eine rote SMD LED eingebaut. Für dieses Projekt habe ich die SMD LED für mich entdeckt. Sicher, ist nichts Neues am Markt, aber ich hatte die kleinen Gold-Schätze bisher auf Grund der recht komplizierten Handhabung nicht so auf dem Schirm. Aber für den Modellbau sind die kleinen LED absolute Spitze. Mehr Information und Spezifikation zu SMD im allgemeinen sind auf Wikipedia zu finden.

Nachfolgenden hab ich die Bauphasen dokumentiert. Die unzähligen Fehlversuche verschweige ich dabei allerdings.

Phase 1: Zerlegen

Wie immer der lästige Anfang, das lieb gewonnene Modell brutal zerlegen ohne dabei endgültige Zerstörung anzurichten. Aber irgendwie macht das ja auch den Reiz aus…

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Phase 2: Triebwerksöffnung

Zuerst muss natürlich die Öffnung mit dem Multitool ausgeschnitten werden. Danach mit einem möglichst milchigen Transparent-Kunststoff (hier die Verpackung von Q-Tips) die Öffnung wieder dicht machen. Ich habe noch zwei Lagen Butterbrotpapier eingeklebt um das Licht später noch etwas zu diffusieren.

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Phase 3: Cockpit

Alter, was für ein Spaß. Ich habe mit dem feinsten Bohrer (0,3 mm Durchmesser), den mein Multitool tragen kann, die schwarzen Cockpit-Scheiben ausgebohrt und es tatsächlich geschafft keine Strebe zu beschädigen.

Anschließend habe ich das Cockpit von außen mit Klebeband abgeklebt und dann Heißkleber von hinten in das Cockpit einlaufen lassen. Das war Wahnsinn - und dass es geklappt hat ohne das Klebeband zu schmelzen und aus dem Cockpit einfach nur ein Klumpen Hartplastik zu machen, glaube ich bis heute kaum…

Bessere Lösung: Heutzutage gestalte ich transparente Elemente nur noch mit UV-Kleber. Der Kleber lässt sich recht gut an Ort und stelle platzieren und wird dann unter UV-Licht (mit einer Art Taschenlampe) ausgehärtet. Dabei entsteht quasi keine Hitze und in mehreren Schichte aufgetragen und ausgehärtet lassen sich damit sogar transparente Formen modellieren.

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Phase 4: Das „Promenadendeck“

An der backbord-seitigen Andockschleuse der Outrider befinden sich sechs kleine Sichtfenster, die ich ebenfalls mit dem Multitool ausgebohrt habe und mit Heißkleber verschlossen habe. Hier wird es keine eigenen LED geben, sondern die Lade-Elektronik zeigt beim Laden mittels eigener LED den Zustand an. Dieses leuchten wird man durch die Fenster wahrnehmen können – ganz dezent. Ich habe leider kein Bild aus der Bauphase dazu.

Phase 5: Schalter

Ich habe mich damals entschieden den oberen Geschützturm der Outrider als Drehschalter für die Beleuchtung zu nutzen. Also musste ich die Achse des Turms nach innen verlängern und einen entsprechenden Mechanismus mit Kunststoff und Kupferblech bauen. Nach vier Anläufen war der Schalter auch schon fertig… Leider sind die äußerst filigranen Laserkanonen des oberen Geschützturms dabei abgebrochen und ich habe sie durch eine eigene Konstruktion ersetzt.

Inzwischen verwende ich hauptsächlich Mikro-Schalter, die sich hervorragend an den Modellen getarnt anbringen lassen.

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Phase 6: Fugen verblenden

Da nicht zu erwarten war, dass das Modell der Outrider wieder völlig lichtdicht zu verschließen war, habe ich an den Fugen einige Verblendungen eingeklebt, die verhindern, dass Streulicht der Triebwerk an allen Ecken austritt.

Am Cockpit musst ich später beim Zusammenbau die Fugen noch mit etwas „Grünzeug“ (engl. „Green Stuff“) abdichten um kein Streulicht nach außen zu lassen.

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Phase 7: Akku, Lade-Elektronik, LED & Verkablung

Auf der Lade-Elektronik musste noch ein SMD-Widerstand ausgetauscht werden um den maximalen Ladestrom der Schaltung an die Werte des Akkus anzupassen. Die Platine wurde mit den Verbrauchern (LED) über den Schalter verbunden. Der Ladeanschluss wurde mit der Platine verbunden. Erst zum Schluss wurde der Akku an der Platine verlötet. Dann wurde der ganze Kladderadatsch (ja, das ist ein Fachbegriff) im bereits von innen und außen schwarz bemalten Rumpf platziert und mit etwas Klebeband fixiert. Viel Platz blieb da nicht mehr über…

Zum Laden wurde ein Adapter angefertigt, der den USB-Anschluss jedes 5V Ladekabels (z.B. vom Smartphone) auf die Pins des Ladeanschlusses des Modells umsetzt. Der Ladeanschluss im Modell ist natürlich mit zwei Polen vorgehen - Plus und Minus. Den Pluspol habe ich mit einem roten Farbklecks markiert.

Im Mikromodellbau habe ich inzwischen gelernt die Ladebuchsen mit drei Anschlüssen (Buchsen) vorzusehen. Die mittlere Buchse ist dabei immer der Plus-Pol, während die beiden äußeren Pole mit Minus verbunden sind. Damit ist eine versehentliche falsche Polung beim Laden ausgeschlossen.

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Phase 8: Paintjob

Zum Schluss habe ich das Modell natürlich wieder zusammengesetzt. Bereits während des Einbaus der Elektronik habe ich den Rumpf des Schiffes farblich umgestaltet. Den originalen Look der Outrider fand ich zu ähnlich zum Millenium Falcon - viel grau eben. Das Schiff sollte etwas bedrohlicher aussehen und ich entschied mich für einen schwarzen Anstrich. Dadurch konnte ich auch verhindern, dass das Leuchten der LED im Inneren durch die Kunststoff-Teile des Modells durchscheinen. Das ist immer sehr ärgerlich, wenn man das Modell zusammensetzt und die eigentlich solide gedachten Teil des Rumpfs von Licht durch schienen werden.

Das Endergebnis

Das fertige Modell habe ich hier noch mit einigen "Beautyshots" abgebildet. Da ist die "Beauty"...